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Dem Menschen dienen

Behandlung von Hör- und Gleichgewichtsstörungen

Gleichgewichtsstörungen

Gleichgewichtsstörungen und Schwindel stellen ein häufiges Krankheitsbild unserer Gesellschaft dar. Dabei wird oft der Eindruck einer Drehung der Umwelt oder der eigenen Person beschrieben. Die Ursachen können vielfältig sein, daher bedarf es für eine korrekte Behandlung einer genauen Anamnese und Diagnostik. Diagnostische Mittel sind zum Beispiel der Hörtest, der Gleichgewichtstest, Blutuntersuchungen oder die Bildgebung.

Häufige Schwindelursachen dem Gebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sind:

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

Hierbei kommt es zu Drehschwindelattacken, welche typischerweise bei einer bestimmten Bewegung des Kopfes (zum Beispiel beim Aufstehen aus dem Bett) ausgelöst werden. Ursache sind Kristalle im Gleichgewichtsorgan des Innenohres, welche sich spontan oder nach einem Unfall lösen können. Die freie Bewegung dieser Kristalle in der Flüssigkeit verursacht den Eindruck einer Scheinbewegung. Folge sind Übelkeit und Schwindel. Die Beschwerden können dabei recht stark ausfallen und einen stationären Aufenthalt nötig machen. Die Diagnose ist durch einen HNO-Arzt mithilfe verschiedener Untersuchungen, im Besonderen dem Lagerungsmanöver, zu stellen. Die Therapie stellen die sogenannten Lagerungsmanöver dar. Dabei werden die Kristalle wieder an die ursprüngliche Position zurückgebracht. (s. Abb. 3)

Morbus Menière

Es treten Drehschwindelattacken für Minuten bis Stunden auf, welche häufig von einem Tinnitus und einer Hörminderung begleitet werden. Als Ursache ist wird eine Störung im Bereich der Flüssigkeitsbildung oder des Abtransportes im Innenohr gesehen. Im Verlauf kann es zur Ruptur einer Membranruptur, die zwei Flüssigkeitsräume voneinander trennt und Schwindel kann entstehen. Hier muss eine genaue Diagnostik erfolgen, da die Beschwerden häufig wiederholt auftreten und zur dauerhaften Hörschädigung führen können. Eine differentialdiagnostische Abklärung und Rücksprache mit anderen Fachabteilungen wie der Neurologie, der Augenheilkunde und der inneren Medizin ist notwendig. Es gibt verschiedene Therapieoptionen, welche individuell mit dem jeweiligen Patienten abgestimmt werden sollten.

Neuropathia vestibularis

Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um einen Ausfall des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Die Ursachen sind bis heute nicht geklärt, für möglich werden virale Infekte oder Ischämien im Bereich des Organs gehalten. Der Patient verspürt hierbei einen akut einsetzenden Drehschwindel, welcher für Tage bis Wochen anhalten kann. Begleitet wird dies häufig von einer Gangunsicherheit und starker Übelkeit. Durch spezielle Untersuchungen des Gleichgewichtsorgans kann die Diagnose gestellt werden. Hierzu zählen mitunter die Videonystagmographie und die kalorische Untersuchung. Ein stationärer Aufenthalt ist anzuraten, um eine intravenöse Therapie mit durchblutungsfördernden Medikamenten und Kortison einzuleiten.


Hörstörungen

Hörsturz

Hörstörungen können verschiedenste Ursachen haben. Als akute Form sei hier der Hörsturz beschrieben. Dabei handelt es sich um eine plötzlich auftretende, meist einseitige Verschlechterung des Hörens. Bei dieser Funktionsstörung des Innenohrs werden die Ursachen werden weiterhin experimentell untersucht. Die Diagnose Hörsturz sollte erst nach dem Ausschluss aller anderen möglichen Ursachen gestellt werden. Eine genaue Differentialdiagnostik, unter anderem die Bildgebung des Kopfes, ist essentiell. Die Therapie sollte ab einem Hörverlust von über 60 dB im Hauptsprachbereich, bei letzthörendem Ohr, begleitender Schwindelsymptomatik, erfolgloser ambulanter Therapie, beidseitigem Ausfall und Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus stationär erfolgen. Dabei liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf der Kortisontherapie, mit welcher gute Erfolge erzielt werden können.

Chloesteatom, Otosklerose, Trommelfelldefekte

Hierbei handelt es sich um Erkrankungen, welche ebenfalls eine Hörminderung mit sich ziehen können. Sie werde operativ behandelt. Für weitere Informationen siehe Chirurgie des Mittel- und Innenohres, einschließlich Cochleaimplantat.

Spezielle Diagnostik

Hördiagnostik

  • Tonschwellenaudiometrie
  • Sprachaudiometrie
  • Tympanogramm
  • Stapediusreflexmessung
  • OAES
  • BERA


Gleichgewichtsdiagnostik

  • Vestibulospinale Tests
  • Kalorische Untersuchung der Bogengänge
  • Videonystagmographie

 


Abb. 1: Schematische Darstellung des Gleichgewichtsorganes

Schwindel1 – 3: Die in den 3 Raumebenen angeordneten Bogengänge, die die Rotationsbewegungen registrieren. 4 und 5: Sacculus und Utriculus die für die Wahrnehmung der Vertikal und Horizontalbeschleunigung verantwortlich sind. 6 und 7: Anhangsgebilde für Innenohrflüssigkeit. 9: Die schematische Darstellung der Hörschnecke.

 

 


Abb. 2: Schematischer Aufbau der Makula, der Rezeptorenschicht im Utrikulus

Schwindel Verschieden Haarzellen (1 und 2) reichen mit ihren Enden in eine Gelatineschicht (3) und erreichen die Statolithen-Membran (4) auf welcher die Statolithen („Innenohrkristalle“) liegen.

 

 


Abb. 3: Lagerungsmanöver zur Behandlung des akuten Lagerungsschwindels

 

Schwindel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle Abbildungen aus: Behrbohm H, Kaschke O, Nawka T, Swift A: ENT-Diseases, Thieme 2009

Chefarzt

Prof. Dr. med. Oliver Kaschke

Prof Kaschke

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