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Informationsblatt für Patienten: Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom

Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist eine Erkrankung, die durch Atemaussetzer (Apnoen) während des Schlafs verursacht wird, wodurch durch eine temporäre Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff eine unterschwellige Weckreaktionen ausgelöst. Dadurch entstehen Symptome wie eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und möglicherweise schwere Folgeerkrankungen. Betroffen ist ca. jeder 20. Deutsche, etwa 1% leidet unter einer schwergradigen und behandlungsbedürftigen Störung. Risikofaktoren sind unter anderem Übergewicht, Bluthochdruck oder anatomische Varianten (fliehendes Kinn, kurzer dicker Hals) sowie Alkoholkonsum, Rauchen und die Anwendung von Schlafmitteln.

Patienten mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom berichten häufig über eine ausgeprägte Tagesschläfrigkeit, Durchschlafstörungen, Gereiztheit, Unkonzentriertheit, Kopfschmerzen beim Erwachen, Nachlassen der Konzentrationsfähigkeit und morgendliche Kopfschmerzen. Weitere Symptome können Impotenz, Gewichtszunahme, nächtliches Schwitzen und vermehrter Harndrang während des Schlafs sein.

Nicht selten liefern die Angehörigen von OSAS-Patienten den entscheidenden Hinweis, indem sie über lautes Schnarchen unterbrochen durch Atemaussetzer berichten. Bei Auftreten dieser Beschwerden ist zuerst eine internistische oder hausärztliche Vorstellung dringend zu empfehlen.

Bei Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom wird zunächst eine kardiorespiratorische Polygrafie (Schlafkoffer) durchgeführt. Der Patient kann das Gerät über Nacht mit nach Hause nehmen und bringt es zum Auswerten am nächsten Morgen zurück. Sollte sich hier der Verdacht auf ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom erhärten, erfolgt die Untersuchung in einem Schlaflabor (Polysomnografie).

Die Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom besteht erst einmal in allgemeinen Maßnahmen, die von allen OSAS-Patienten durchgeführt werden sollten:

Gewichtsreduktion

Bei adipösen oder übergewichtigen Patienten mit einem OSAS wird eine Gewichtsreduktion als begleitende Maßnahme grundsätzlich empfohlen. Es besteht eine direkte Beziehung zwischen Übergewicht und obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom. Je höher der Body Mass Index (BMI), desto höhergradiger das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom.

Schlafhygiene

Eine ausreichende Schlafdauer, ein regelmäßiger Schlafrhythmus (feste Zeiten für das Zubettgehen, Rituale) sollten unbedingt eingehalten werden. Ebenfalls gehören Ruhe, Dunkelheit und eine angenehme Temperatur des Schlafbereiches zur Schlafhygiene. Auf das Essen unmittelbar vor dem Schlafengehen sowie die Einnahme von Schlafmittel, Alkohol, Kaffee oder Tee sollte verzichtet werden.

Vermeidung der Rückenlage

Bei abnehmendem Muskeltonus während des Schlafes kommt es bei der Rückenlage zum Zurückfallen der Zunge. Hierbei kann es zu einem Verschluss (Obstruktion) der oberen Luftwege kommen. Zur Vermeidung der Rückenlage gibt es verschiedenste Konzepte: verbale Instruktionen, ein Rückenlagealarm, ein im Rückenteil des Pyjamas eingenähter Ball oder eine Weste bzw. ein Rucksack. Am zuverlässigsten ist die Anwendung eines Rucksack oder der Weste.

Für Patienten mit mittel- bis schwergradigen OSAS ist die nasale Ventilationstherapie (z.B. CPAP-Beatmung) die Standardbehandlung. Über eine Nasemaske wird kontinuierlich Luft in den Rachen eingebracht, so dass der Rachen von innen offen gehalten wird.

Bei leichtgradiger OSAS führt häufig schon die konservative Therapie (allgemeine Maßnahmen) zu einer signifikanten Besserung der Symptome. Bei entsprechender Anatomie und fehlenden Herzkreislaufbegleiterkrankungen stehen mit apparativen Hilfsmitteln (Unterkieferprotrusionsschienen, interne und externe Dilatatoren der Nase) und den operativen Verfahren andere Therapieverfahren als Alternative zur CPAP-Therapie zur Verfügung.

Generell sollte bei Vorliegen einer schlafbezogenen Atmungsstörung eine HNO-ärztliche Untersuchung zum Ausschluss eines relevanten Hindernisses im Bereich der Nase und/oder des oberen Rachens stattfinden. Gehäuft finden sich hierbei als Ursachen eine schiefe Nasenscheidewand und/oder vergrößerte Nasenmuscheln, große Gaumenmandeln, ein vergrößerter Zungengrund oder eine Schlaffheit des weichen Gaumens. Bei Kindern findet sich häufig eine zu große Rachenmandel (Polypen). Hierzu stehen folgende operative Verfahren zu Verfügung:

  • Nasenscheidewandbegradigung und Nasenmuschelchirurgie
  • Polypenentfernung bei Kindern
  • Entfernung der Gaumenmandeln
  • Operation an Zungengrund, Zäpfchen und weichen Gaumen (Entfernung von Schleimhaut mittels Laser-, CELON-, COBLATION-Technik)


Die operative Therapie kann auch in Kombination mit der Beatmungstherapie häufig sehr sinnvoll sein, wie z.B. die Korrektur der Nasenscheidewand zur Verbesserung der CPAP-Therapie (Senkung des erforderlichen Therapiedruckes).

Im Rahmen unserer ambulanten Sprechstunde beraten wir sie gern.

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