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Dem Menschen dienen

Der Leidenschaft für Chirurgie folgen

Dr. med. univ. Ioannis Passaloglou ist seit April neuer Chefarzt für Gefäßchirurgie am Sankt Gertrauden-Krankenhaus und arbeitet im Gefäßzentrum Sankt Gertrauden eng mit Dr. med. Ralf Langhoff, Chefarzt der Angiologie zusammen. Als einer der jüngsten Chefärzte Deutschlands hat er eine besondere Sicht auf den Umgang mit Patientinnen und Patienten und das Berufsbild des Mediziners.

Herr Dr. Passaloglou, Sie sind von der Universitätsklinik Köln mit Zwischenstation am KH Hubertus in Berlin/Zehlendorf ans Sankt Gertrauden-Krankenhaus gewechselt. Warum haben Sie sich für unsere Klinik entschieden?

Passaloglou: Das Gefäßzentrum Sankt Gertrauden hat in der Vergangenheit eine enorme Entwicklung im Bereich der Gefäßmedizin erreicht und ist, neben meiner alten Klinik, mit Abstand das größte Gefäßzentrum der Stadt. Daher war die Entscheidung sehr leicht und ich möchte gemeinsam mit meinen Mitstreitern das Zentrum weiter wachsen sehen. Auf die Zusammenarbeit mit Dr. Langhoff freue ich mich, unsere Arbeitsfelder ergänzen einander perfekt und ich bringe insbesondere in der Aortenchirurgie, die meine Leidenschaft ist, neue Dinge mit ins Haus, die es so vorher nicht gab.

Langhoff: Jeder von uns hat seine Kernkompetenz, die wir im Sinne der Patientinnen und Patienten bündeln. Wir behandeln Erkrankungen von Venen und Arterien, letztlich im ganzen Körper und können unseren Patienten dank des breiten Spektrums die bestmögliche Therapie anbieten. In jedem anderen Gefäßzentrum Berlins würden wir als Konkurrenten arbeiten, im Gefäßzentrum am Sankt Gertrauden können wir unsere jeweilige Kompetenz frei einbringen, ohne dass einer von uns einen Nachteil davon hätte. Für den Patienten bedeutet das in der Konsequenz eine optimale Versorgung, da wir gemeinsam entscheiden, ob eine Operation oder das Setzen eines Stents oder andere Therapieverfahren das beste Ergebnis erzielen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Langhoff: Wenn ein Patient z.B. zu uns kommt mit Symptomen eines Schlaganfalls wie einer einseitigen Lähmung, einer Sprachstörung oder Sehverlust, nehmen wir uns nach einem umfassenden Diagnoseprozess z.B. durch Ultraschall, MRT, etc., Zeit für Beratung und Therapieplanung.

Passaloglou: Viele Patientinnen und Patienten kommen leider erst zu uns, wenn es schon 5 vor 12 ist, also die Gefäßerkrankung schon fortgeschritten ist. Der Aorta gilt sicherlich mein Spezialinteresse. Dies ist ein Organ, das beim Herzen anfängt und bis zum Becken reicht. Es freut mich, dass mir das Sankt Gertrauden-Krankenhaus viel Spielraum lässt, die passende Lösung für jeden Patienten zu finden, das heißt auch, die passende Prothese anfertigen zu lassen und viel Aufwand im Sinne des Patienten zu betreiben. Das ist leider nicht in jedem Krankenhaus mehr selbstverständlich, zudem ist die apparative Ausstattung hervorragend.

Was sind Ihre prägendsten Erfahrungen als Arzt?

Passaloglou: Die Versorgung einer Patientin mit Einriss in der Aorta ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Unmittelbar nachdem ich den Stent im Bereich des Brustkorbes unter Lokal-Anästhesie gesetzt hatte, waren ihre sehr starken Schmerzen verschwunden. Das war schon sehr eindrücklich.

Warum sind Sie Arzt geworden?

Passaloglou: Ursprünglich wollte ich immer Schiffsbau studieren. Das ist vielleicht meiner griechischen Herkunft geschuldet. Der weitere Verlauf ist doch recht peinlich. Nachdem ich kurz nach dem Abitur die Biografie von Che Guevara gelesen habe, bin ich kurzer Hand durch Europa getrampt und wollte von da an auch Arzt werden.

Langhoff: So eine schöne Geschichte habe ich nicht. Ich habe das Studium begonnen, ohne anfangs zu wissen, ob ich es beenden werde, aber dann an hat mich die Medizin von Beginn an bis zum heutigen Tag fasziniert und begeistert.

Sie sind einer der jüngsten Chefärzte und damit ein Vorbild für viele junge Kolleginnen und Kollegen. Was raten Sie ihnen?

Passaloglou: Die Anfangsjahre in der Ausbildung und als Jungarzt sind zäh. Ich rate dazu, sich nicht entmutigen zu lassen. Die hierarchischen Strukturen werden immer flacher – und das ist auch gut so. Auch in der Medizin werden die Arbeitszeiten flexibler. Ich selbst habe auch Elternzeit genommen und habe ein halbes Jahr in Gleitzeit gearbeitet – in dieser Zeit aber dennoch sehr viel operiert.

Langhoff: Ich möchte noch ergänzen: Junges Blut tut gut. Herr Dr. Passaloglou und ich kannten uns bereits - von Veranstaltungen in der gefäßmedizinischen-Szene. Dass wir jetzt Kollegen sind, freut mich sehr.

Herr Dr. Passaloglou, Sie haben in Wien studiert – wie war das?

Passaloglou: Wien ist eine schöne Stadt, nicht umsonst wurde sie wieder zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Dort sind auch meine Zwillinge zur Welt gekommen, als ich noch studiert habe. Das wird mich immer mit Wien verbinden. Vor kurzem ist mein drittes Kind in Berlin zur Welt gekommen, was meine Liebe zur Stadt noch erhöht hat.

Langhoff: Ich habe drei Töchter, zwei davon sind Teenager oder fast schon erwachsen. Zum Leidwesen meiner Familie habe ich sehr viel Zeit im Beruf verbracht, die Arbeitszeiten waren wenig flexibel. Ich begrüße es, wenn sich das in eine familienfreundliche Richtung bewegt.

Was ist die beste Vorbeugung gegen Gefäßerkrankungen. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?

Langhoff: Mangelnde Bewegung, Bluthochdruck, ein hoher Cholesterinspiegel und Rauchen erhöhen das Risiko einer Gefäßerkrankung. Ich fahre sehr viel Rad, auch zur Arbeit, letztes Jahr ca. 5000 km und ernähre mich so gesund es geht, aber ich esse und koche auch sehr gern.

Passaloglou: Meine Freizeit verbringe ich als „Taxifahrer“ für meine zwei größeren Kinder sowie in der Basketballhalle oder auf dem Hockey-Platz. Meine Frau und ich sind aktuell ihre Hauptsponsoren und gleichzeitig ihre größten Fans.

Danke für das Gespräch.

Sankt Gertrauden-Krankenhaus

Paretzer Straße 12 | 10713 Berlin
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