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Dem Menschen dienen

Medizinischer Hilfseinsatz auf den Philippinen beendet

FAST-Teams führten in einem 9-wöchigen Einsatz über 4.200 Behandlungen von Taifun-Opfern in einer Zeltambulanz durch

Januar 2014

Am 8. November 2013 zog der verheerende Taifun „Haiyan“ über die Philippinen und kostete tausende Menschen das Leben. Nach UN-Angaben sind zudem Hunderttausende durch die Naturkatastrophe obdachlos geworden, darunter auch viele Kinder.

Anja Weihrauch PhilippinenRund zwei Monate waren FAST-Teams (First Assistance Samaritan Team) des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in der Nähe der schwer zerstörten Stadt Tacloban im Einsatz, um die Opfer des Taifuns „Haiyan“ medizinisch zu versorgen. Insgesamt leisteten drei Teams aus 32 Helfern in einer Zeltambulanz basismedizinische Hilfe in mehr als 4.200 Fällen. Neben der Versorgung akuter Wunden wurden vor allem Infektionskrankheiten der Haut und der Atemwege behandelt. Anja Weihrauch, Assistenzärztin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Sankt Gertrauden-Krankenhaus, war als Mitglied eines FAST-Teams vom 05.12. bis 23.12.2013 vor Ort.

Anja Weihrauch PhilippinenDie Einsatz-Bedingungen waren schwierig und forderten alle Kraftreserven der Helfer. Die medizinische Versorgung fand bei durchschnittlich 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit in einer Zeltambulanz statt. Auf lange arbeitsintensive Tage folgten für die Einsatzkräfte kurze Nächte auf Feldbetten in einem Gemeinschaftszelt. Neben der körperlichen Herausforderung stellte der Einsatz eine nicht unerhebliche psychische Belastung dar. „Ich habe viele Menschen gesehen, die durch den Taifun furchtbare Schicksalsschläge erleiden mussten. Kinder, die ihre gesamte Familie verloren haben, Menschen die verzweifelt nach ihren Angehörigen suchten“, berichtet Anja Weihrauch. „Während der Zeit vor Ort habe ich versucht emotionale Distanz zu wahren, um zu 100 Prozent konzentriert und einsatzfähig zu sein. Nun, mit einigen Wochen Abstand, sind die erfahrenen Begegnungen sehr präsent. Ich frage mich oft, was aus den Menschen, die ich traf, geworden ist“.

Die Bevölkerung brachte den Einsatzkräften großen Dank entgegen: „Der Lebensmut und die Dankbarkeit der Menschen hat mich zutiefst berührt. Die Menschen blicken trotz aller Verluste nach vorn, Sie arbeiten gemeinsam am Wiederaufbau“, so Anja Weihrauch.

Auch nach Beendigung des medizinischen Einsatzes der FAST-Teams, setzt der ASB seine Hilfe auf den Philippinen fort. Ein Schwerpunkt der Wiederaufbauhilfe wird die Katastrophenvorsorge sein. Der ASB unterstützt damit die Pläne der philippinischen Regierung, die Präsident Aquino vor Weihnachten mit den Worten "Build-back-better" als Strategie zusammenfasste (Quelle: http://www.asb.de/ ).

 

 

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