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Dem Menschen dienen

Reanimationstag war ein voller Erfolg

Die Fachabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Einsatz bei der Laienschulung

September 2014

„Ein Herzstillstand kann jeden treffen. Reanimation ist einfach. 100 Pro!" Unter diesem Slogan fand am 24.09.2014 ein Reanimationstag im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung" unter der Schirmherrschaft von Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit, statt. An diesem Tag konnten Passanten in der Fußgängerzone der Wilmersdorfer Straße in Berlin-Charlottenburg die Reanimation live erleben und dabei die wichtigsten Grundlagen der Reanimation bei einem Herzstillstand erlernen. Vor Ort war ein Team aus Ärzten und Pflegekräften der Fachabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin des Sankt Gertrauden-Krankenhauses. Dr. med. Joachim Müller, der die Aktion als Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin geleitet hat, berichtet:

„Unser Reanimationstag war ein voller Erfolg. Wir hatten großartige Unterstützung durch die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., die uns bei dieser wichtigen Aktion mit drei Rettungsassistenten/ Rettungssanitätern, einem hervorragend ausgestatteten Rettungswagen und weiterem Übungsmaterial wie z. B. einer Reanimationspuppe und einem halbautomatischen Defibrillator unterstützt hat. Insgesamt ließen sich etwa 150 Passanten das Reanimieren im Notfall zeigen. Das ganze Team vor Ort hat sich den vielen Fragen der Bevölkerung sehr professionell gestellt. Besonders hervorheben möchte ich Frau Dr. med. Esther Wrede aus unserer Fachabteilung für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Herrn Tobias Schloenvogt, Rettungssanitäter und Schüler an unsere Krankenpflegeschule – beide haben hervorragend Wissen vermittelt! An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten noch einmal ganz herzlich für den tatkräftigen Einsatz danken.“

Wie enorm wichtig es ist, die Reanimation medizinischen Laien in der Zukunft verstärkt zu vermitteln, zeigen die ernüchternden Zahlen der Statistik: In Deutschland sind „nach der aktuellen Bilanz des Deutschen Reanimationsregisters nur 15% der Bevölkerung bereit, im Ernstfall Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten. In den Niederlanden und den skandinavischen Ländern liegt die Rate hingegen bei über 60%. Dabei ist belegt, dass ein Beginn der Wiederbelebung durch Laien die Überlebensrate des Patienten um das zwei- bis dreifache verbessert“, so das Deutsche Ärzteblatt. Hauptgründe für die Zurückhaltung der Deutschen bei der Reanimation sind vermutlich Unsicherheit und die Angst, etwas falsch zu machen. Dabei ist das Nicht-Handeln das einzig Falsche in einer Notsituation. Es ist also dringend erforderlich, Aufklärung zu leisten und das wenige Wissen, das für eine Wiederbelebung notwendig ist, der Bevölkerung schnell und auf kurzen Wegen zu vermitteln.

Wie erfolgreich gezielte Trainingsmaßnahmen sind, zeigen Zahlen aus Dänemark, wo man Laienhelfer im Zeitraum von 2001 bis 2010 betrachtet und analysiert hat: So wurde im Jahr 2001 nur jeder fünfte Patient mit einem Herzstillstand von einem Laienhelfer reanimiert. Im Jahr 2005 hat man dann die Laienreanimation als verpflichtendes Training an den Schulen eingeführt. Daraufhin war es im Jahr 2010 bereits fast jeder zweite Patient mit einem Herzstillstand, der von einem Laien reanimiert wurde. Dadurch hat sich auch die Einjahresüberlebensrate mehr als verdreifacht, sie ist von 2,9% auf 10,2% gestiegen!

Auch bei uns können Schüler nun (auf Initiative der Deutschen Anästhesie in Kooperation mit dem German Resuscitation Council) Lebensretter werden, denn ab der Jahrgangsstufe 7 soll die Wiederbelebung bei plötzlichem Herzstillstand in den Unterricht aufgenommen werden. Erfahren Sie mehr dazu über diesen Link: www.schuelerrettenleben.de

Dass Wiederbelebung kinderleicht ist und bereits im Schulalter trainiert werden muss, das ist auch eine der „10 Thesen für 10.000 Leben“, die im Januar 2014 bei den „Bad Boller Reanimationsgesprächen“ von 52 Experten für Wiederbelebung formuliert wurden. Mit den zehn Thesen hat man sich zum Ziel gesetzt, dass zukünftig jährlich mindestens 10.000 Patienten nach einer Reanimation das Krankenhaus wieder gesund verlassen können – derzeit sind es lediglich 5.000 Überlebende von 75.000 Menschen, bei denen jährlich mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird.

Die Reanimation durch Laien muss zur Selbstverständlichkeit werden - das heißt: auch für Sie! Bemühen sich um das wenige notwendige Wissen. Einen Anfang finden Sie hier: Laden Sie sich hier die Kurzanleitung zum Dabeihaben herunter und bleiben Sie hier www.einlebenretten.de auf dem Laufenden.

Sankt Gertrauden-Krankenhaus

Paretzer Straße 12 | 10713 Berlin
Telefon: (030) 8272 - 0
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